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Meine Geburtsberichte

Meine Geburten - Die Geburtsvorbereitung

Ich möchte euch hier auf meiner Seite inspirierende Geburtsberichte zur Verfügung stellen. 

Man hört fast überall nur negative Berichte über die Geburten. Meine Vision ist es, ein anderes, natürlicheres Bild der Geburt zu vermitteln. Deshalb werde ich hier hin und wieder einige lesenswerte Geburtsberichte einstellen (wenn du deinen positiven Geburtsbericht hier auch gerne veröffentlichen möchtest schreibe mir gerne an: hallo@verbunden-verwurzelt.de). Damit möchte ich aber keinesfalls sagen, dass andere (z.B. intervenierte oder traumatische) Geburten nichts wert sind. Meiner Meinung nach hat jedes Erlebnis seine Berechtigung und seine Vor- und Nachteile (auch wenn man die Vorteile erstmal nicht erkennen kann). Jedes Ereignis lädt uns zum Wachsen ein und wir können entscheiden, wie wir damit umgehen. Wir dürfen es als Lernprozess begreifen, es reflektieren und gegebenenfalls Blockaden auflösen. Wenn wir es nicht alleine schaffen, gibt es heutzutage ein riesiges Angebot an tollen Menschen mit den verschiedensten “Werkzeugen”, die einem dabei helfen, sein volles Potential zu entfalten und Negatives aufzuarbeiten.

Schöne Geburtsberichte zu lesen war ein Teil meiner eigenen Geburtsvorbereitung. Da ich auf keinen Fall im Krankenhaus gebären wollte (außer natürlich bei zwingenden medizinischen Kontraindikationen) und es hier bei uns sehr schwer war noch im vierten Monat eine Hausgeburtshebamme zu finden, war für mich eigentlich schnell klar, dass ich eine Alleingeburt haben möchte. So fing ich an mich intensiv mit dem Thema Geburt auseinanderzusetzen. So begann alles an mit dem Buch  “Alleingeburt” von Sarah Schmid* (auf ihrer Homepage kann man übrigens auch ganz viele wunderschöne Berichte lesen). Nach diesem Buch war mir klar: Das möchte ich auch! Ich las das Buch übrigens gemeinsam mit meinem Partner, da dieser erst total gegen eine Hausgeburt war. Danach war auch er sich sicher, dass wir die Geburt komplett alleine erfahren möchten (ohne Hebamme und Arzt).

Ich trat dann vielen tollen Gruppen in Facebook bei wie z.B. diesen hier:

Hier kann man sich vernetzen, austauschen und die Erfahrungen von anderen Müttern nachlesen. Es ist einfach ein tolles Gefühl, sich mich Gleichgesinnten zu unterhalten oder von ihren Schwierigkeiten und positiven Erfahrungen zu lesen. Außerdem hat man dadurch eine ganze Community hinter sich, wenn man sich selbst in irgendeinem Thema unsicher ist, die Meinung von anderen hören möchte, Bestärkung braucht oder sonstige Fragen offen sind.

Danach las ich noch weitere Bücher. Erst das Buch “Die selbstbestimmte Geburt” von der weltberühmten Hebamme Ina May Gaskin*, das im ersten Teil aus vielen, schönen Geburtsgeschichten und im zweiten Teil aus den wesentlichen Grundlagen der Geburt besteht, und dann das Selbstcoaching-Buch “Meisterin der Geburt” von Jobina Schenk*, mit dem ich dann die restlichen Zweifel und Blockaden auflöste. Vorallem das Kapitel zu der Angst las ich mir immer wieder durch, wenn doch wieder Ungewissheiten auftraten (zum Ende der Schwangerschaft). Jobina Schenk hat auch eine wunderbare Website, die ebenso unzählige Geburtserlebnisse und (was ich ganz toll finde!) eine Erfassung aller ihr gemeldeten Alleingeburten in den Jahren 2017-2019 (Stand Oktober 2020) verzeichnet. Gerade diese Erfassungen sind so aufschlussreich. Durch ihr Buch fing ich dann auch an mit positiven Geburtsaffirmationen, Meditationen und meinem Visionboard zu arbeiten.

Das ganze wurde dann abgerundet mit dem Buch “Mama werden mit Hypnobirthing” von Bianca Maria Heinkel und Jhari Gerlind Kornetzky*. Die Übungen und geführte Meditationen waren toll. Jedoch habe ich mich unter der Geburt nicht an irgendwelche betimmte Atemübungen gehalten, sondern einfach intuitiv auf meinen Körper und mein Baby gehört. Ich war wie in Trance, total im Fluss. Ich habe mich einfach gehen lassen.

Zum Schluss las ich dann noch das Buch “Artgerecht” von Nicola Schmidt*. Dieses bereitete mich perfekt auf das Mamawerden und die erste Zeit mit Baby vor, da hier alle wesentliche Dinge zum Stillen, Tragen, Schlafen usw. beschrieben werden. So blieben bei mir auch nach der Geburt keine großen Fragen offen.

Außerdem sah ich mir noch Videos von schönen, entspannten Geburten auf Youtube an. Bei dieser Art der Geburtsvorbereitung ist es nur wichtig sich auf nichts zu versteifen. Jede Geburt ist anders und jede Frau braucht etwas anderes, hat andere Bedürfnisse und andere Vorstellungen und Wünsche. Wenn man sich so etwas ansieht oder durchliest soll einem immer klar sein, dass das das Erlebnis einer anderen Frau ist und die Geburt so für SIE am besten war. DU bist die Gestalterin deiner eigenen Geburt. DU entscheidest wie sie läuft und DU darfst auf DEINEN Körper und DEIN Baby hören. Das ist eigentlich das Allerwichtigste!

Meine Geburten - die Geburtsberichte

Meine erste Geburt im Februar 2017:

Freitag, 17.02.2017: Letzter Frauenarztbesuch: das Baby lag in Startposition mit dem Köpfchen im Becken, der Muttermund war schon 2 cm offen.
 
Samstag, 18.02.2017: Ich war noch mit meiner Mutter, meinem Bruder und seiner Freundin und unseren beiden Hunden im Wald spazieren und kurz danach hatte ich kurz Kreislaufprobleme und musste dringend etwas essen. Danach wollte ich noch unbedingt Unterhosen und Einlagen fürs Wochenbett und Mullwindeln kaufen.
Abends wollten mein Mann und ich eventuell noch mit auf unseren Feuerwehrfasching im Dorf. Aber wir blieben doch lieber daheim. Mein Mann hat daheim noch ein wenig mit meinen Brüdern und deren Freunde getrunken. Meine Mutter war mit ihren Freundinnen unterwegs. Ich habe mit meinem Mann noch bis ca. 2 Uhr Serien angeschaut. Währenddessen hatte ich leichte Wehen, dachte aber es wären nur Übungswehen, und musste oft auf die Toilette. Gegen 4-5 Uhr kam mein jüngerer Bruder angetrunken nach Hause (wir haben alle eine Wohnung in meinem Elternhaus), klingelte bei uns, kam in unsere Wohnung und setzte sich zu unseren Hunden. Ca. zur selben Zeit kam dann auch meine Mutter und nahm in mit nach unten in seine Wohnung.
Gegen 6 Uhr wachte ich dann wieder mit Wehen auf. Ich machte mir einen Himbeerblättertee und entspannte mich bis ca. 7 Uhr. Dann weckte ich meinen Mann und sagte ihm, dass es nun losgehe. Dieser meinte noch ganz verschlafen zu mir, ich solle mich doch nochmal mit ihm hinlegen. Doch dies war zu dem Zeitpunkt nicht mehr möglich. Ich ging ins Bad und zog meine Klamotten aus. Ich veratmete meine Wehen und war voll in meiner eigenen Welt. Mein Mann stand nun auf, fragte ob ich etwas brauchen würde und ging runter in die Wohnung meiner Mutter und holte einen Eimer um unseren Geburtspool zu befüllen (wir hatten diesen einfachen Kinderpool und er war einfach perfekt für die Geburt). Einen Schlauch hatten wir noch nicht besorgt, es war erst 3 Tagen vor dem errechneten Termin. Nun war er erstmal damit beschäftigt den Pool mit Wasser zu füllen. Als dieser ca. Viertel voll war, musste ich in den Pool, weil mir zu kalt war.
Kaum war ich im Pool, spürte ich auch schon den Pressdrang. Ich dachte mir noch: ‘Das kann doch gar nicht sein, so schnell!?’ Ich tastete, ob das Köpfchen schon auf dem Weg war und ob die Nabelschnur vorgefallen ist. Da ich den Kopf unseres Babys spüren konnte, presste ich und kurz darauf war unsere kleine Tochter um 8.50 Uhr mit 3680 Gramm geboren. Der Pool war nichtmal zur Hälfte befüllt.
Mein Mann holte meine Mutter und benachrichtigte meine Brüder.
Meine Mama half mir meine kleine Maus an die Brust anzulegen und schoss viele (schreckliche 🤣) Bilder. Nach ca. einer Stunde ( die Zeit rennt, wenn dein Baby da ist) stand ich das erste Mal auf, zog sanft an der Nabelschnur und gebar die Plazenta. Dann erst verließ ich meinen Geburtspool. Als die Nabelschnur auspulsiert hatte, wurde sie vom frischgebackenen Papa durchschnitten. Meine Mutter bestimmte mit Hilfe von ein paar Tropfen des Nabelschnurblutes und einem Blutgruppenschnelltest die Blutgruppe des Babys. Ich hatte einen Bärenhunger und aß erstmal 10 Honigtoasts🙈. Mittags kamen dann Marcos Mutter und seine Oma.
Abends um 17 Uhr kam die Nachsorgehebamme und untersuchte mich und die kleine Prinzessin. Alle waren wohlauf.
Es war eine wunderschöne, entspannte, selbstbestimmte, komplikationsfreie und schmerzarme Traumgeburt.
Mein Mann hat mich bestens unterstützt. Ich war während der Geburt wie in Trance, in meiner eigenen Welt (zusammen mit meiner Tochter).
 

Meine zweite Geburt im Mai 2018:

Dienstag, 15.05.18: Letzte Kontrolle bei der Vorsorgehebamme: Erstes CTG in dieser Schwangerschaft, alles in Ordnung.

Mittwoch, 16.05.18 (ET): Ich hatte leicht Schmerzen am Zahnfleisch des Weisheitszahns. Ich beschloss nochmal zum Zahnarzt zu gehen, dass ich im Wochenbett keine Probleme bekomme, und machte einen Termin um 14.30 Uhr aus. Ich bemerkte schnell, dass an diesem Tag etwas nicht stimmte. Mir tat alles weh und ich hatte ab und zu leichte Wehen. Ich fragte meine Oma, ob sie mich begleiten wolle um auf meine Tochter aufzupassen. Nach dem Termin wurden die Wehen etwas stärker. Gegen 15.45 Uhr kamen wir wieder daheim an und ich legte meine schlafende Tochter zu ihrem Onkel ins Wohnzimmer von meiner Mutter (wir leben ja alle in einem Haus).
Erst versuchte ich mich auch noch etwas schlafen zu legen, da ich so früh aufgewacht bin. Doch die Wehen wurden stärker, somit beschloss ich die Wohnung aufzuräumen, zu saugen, das Bett zu überziehen und den Geburtspool aufzustellen. Ca. gegen 17 Uhr war ich fertig und mein Mann hatte endlich Feierabend. Auch meine Mutter kam gerade nach Hause und wollte nach meiner Tochter sehen, da schrieb mein Mann, dass das Auto nicht anspringen würde. Ich hatte mittlerweile immer regelmäßigere Wehen und wurde leicht panisch. Doch dann sprang das Auto doch wieder an und mein Mann kam ca. gegen 17.30 Uhr heim. Meine Mama meinte, er solle erstmal bei ihr unten etwas essen.
Als mein Schatz wieder hoch in unsere Wohnung kam, befüllte er mit meiner Mutter zusammen unseren Geburtspool (dieses Mal mit Hilfe des Gartenschlauchs 😉). Also der Pool fast voll war, setzte ich mich gegen 18.30 Uhr rein. Mein Mann brachte mir kalten Himbeerblättertee zum trinken und setzte sich auf die Couch. Doch dies störte mich so extrem, ich fühlte mich so beobachtet, dass ich ihn bat in ein anderes Zimmer zu gehen. Ein paar Wehen später fühlte ich schon das Köpfchen. Als ich wieder die Kraft dazu hatte, rief ich den werdenden Papa hinzu und schon war unser Baby um 19.13 Uhr mit 4120 Gramm geboren.
Marco holte die Onkels, meine Mama und unsere Tochter dazu. Die frischgebackene große Schwester kam gleich zu mir und dem Baby in den Pool, streichelte den Kleinen und wollte gar nicht mehr heraus. Nach ca. einer 3/4 Stunde gebar ich die Plazenta. Nach 2 Stunden schnitt Marco die Nabelschnur durch und meine Mutter bestimmte die Blutgruppe des Babys mit Hilfe von ein paar Tropfen des Nabelschnurblutes und einem Blutgruppenschnelltests. Die Nachsorgehebamme kam um ca. 21.30 Uhr, machte die U1 beim Baby und untersuchte mich auf Geburtsverletzungen. Es ist wieder alles so schön und einfach verlaufen.

Meine dritte Geburt im Dezember 2022:

Da die letzten beiden Geburten schon länger her sind schreibe ich an dieser Stelle noch einmal kurz etwas über meine Geburtsvorbereitung.

Vorsorge:
  • 3 Termine bei der Hebamme in München ansonsten nur telefonische Beratung
  • ein kurzer Termin beim Frauenarzt auf Grund von Schmerzen, um auszuschließen, dass nichts schlimmes ist
 
Geburtsvorbereitung:
  • so oft es ging Yoga mit meinem eigenen, zusammengestellten Chakra-Yoga-Programm für Schwangere
  • viel Meditieren
  • Orientalischer Bauchtanz für Schwangere und intuitives Tanzen und Hüftenkreisen
  • neue Bücher: 

  • regelmäßiges Baden in ausgewählten ätherischen Ölen
  • Geburtstee trinken von der Bahnhofsapotheke mit einer Stange Zimt in der Tasse
  • Bauchmassage zum Schluss mit einer selbstgemachten Ölmischung aus Olivenöl, ätherischem Zimtöl, ätherischem Ingweröl und ätherischem Nelkenö
Dinge die ich für die Geburt in meiner Geburtskiste hingerichtet habe:
Pool und Schlauch zum Befüllen, wasserdichte Einwegwickelunterlagen
Handtuch fürs Baby, Waage (Kofferwaage mit Tuch)
ausgewählte Heilsteine und eine Geburtskerze
selbstgeschriebene Risikokarten mit den wichtigsten Infos für "Was-wäre-wenn-Fälle", Blutgruppenbestimmungsset

-Schere und Gefäß für Plazenta

Dinge, die ich in meine Wochenbettkiste gepackt habe:

Mein Einkauf bei der Bahnhofsapotheke, bis auf den Geburtstee ist alles für das Wochenbett
-Periodenunterhosen und verschiedene waschbare Slipeinlagen
-verschiedene ätherische Öle
Der Geburtsbericht:
 
Am 23.12.22 fing alles langsam an, indem der Schleimpfropf über den Tag verteilt abging. Ich hatte schon ca. 1-2 Wochen vorher immer mal wieder viele Übungs-/Senkwehen.
Am 25.12.22 spürte ich nachts um ca. 2 Uhr ein leichtes Knacken im Unterleib. Die Blae war gerissen und etwas Fruchtwasser ging ab. Dies geschah während wir gerade die Kinder ins Bett brachten und Hörnuch zum Einschlafen hörten. Die Kinder waren wegen Weihnachten länger wach geblieben.
Da ich noch nie einen Blaseriss/-sprung hatte war ich kurz echt überfordert mit dieser Situation und begann in dem Buch “Alleingeburt” von Sarah Schmid zu lesen, weil ich nicht mehr genau wusste wie ich jetzt vorgehen sollte. Hier stand “Blase aktiv auf dem Klo entleeren (mit Hüftkreisen etc.), um so die Wehentätigkeit anzuregen.
Ich kreiste also mein Becken über dem Klo – nichts passiert. Und immer wenn ich mich ins Bett legte (mit einem Handtuch zwischen den Beinen🙈😆), ging schwallartig Fruchtwasser ab. Ich ging wieder aufs Klo, hier passierte nichts, ging wieder ins Bett, Fruchtwasser kam raus. Irgendwann war mir dieses Hin und Her zu blöd und ich beschloss nicht mehr ins Bett zu gehen.
 
Teilweise waren bei uns auch noch Leute von Heiligabend da. Ich wusste aber nicht wer genau, da ich schon früher hoch gegangen bin, weil ich Ruhe und mein Bett brauchte. 
 
Da ich in der Wohnung meiner Mutter gebären wollte, wir aber dort auch Heiligabend feierten, stellten wir den Pool vorsichtshalber in die Wohnung meines Bruders.
Marco schaute, wie die Lage unten aussah. Nur noch meine Mutter und ihr Freund waren da. Er schlief und meine Mutter räumte auf. Meine Brüder waren bei dem einen in der Wohnung zusammen mit meinem Cousin und der Nachbarin. Marco verfrachtete also den Pool wieder von Nicos Wohnung zu Mamas Wohnung und die beiden räumten gemeinsam ihre Wohnung auf.
 
Als er fertig war wollte ich unbefingt nach unten, da ich nackt sein wollte und so nicht durch den Gang mit Wellen rennen wollte, während noch Leute da waren. Mama hatte aber eigentlich vor mit ihrem Freund in ihrer Wohnung zu übernachten. Das löste in mir eine kleine Krise aus, da ich mich frei entfalten wollte und ich wusste, dass ich das nicht kann, wenn ich weiß meine Mama und ihr Freund schlafen nebenan im Schlafzimmer. Marco sprach mit ihr und sie weckte daraufhin ihren Freund, dass sie zu ihm ins Nachbardorf zum Schlafen gehen.
 
Ich hatte so das Gefühl, dass es jetzt dann losgeht.
 
Sobald die Wohnung unten so gegen 3, halb 4 Uhr frei war gingen wir runter. Ich wollte sofort nackig sein, konnte kein Kleid mehr an mir gebrauchen. Ich legte im Klo und im Wohnzimmer eine Wickelunterlage aus. Auch meine vorbereitete Räuchermischung gab ich auf unser Stövchen und zündete die Kerze an. Das duftete sooo gut. Ich wollte damit die ganzen Energien von all den Menschen die noch kurz vorher da waren ausräuchern. Es waren zwar gute Energien, aber ich wollte den Raum “für uns haben”.
 
Zuerst ging ich dann nochmal aufs Klo um dort die Fruchtblase und alles andere aktiv zu entleeren. Ich kreiste mein Becken über dem Klo und stand immer mal wieder auf um vor dem Waschbecken über der Wickelunterlage meine Hüften zu kreisen. Marco bereitete den Pool vor.
 
Als ich wieder ins Wohnzimmer kam machte ich auf Spotify die “Yoga Electronica” Playlist an und vertanzte die sanften Wellen über meiner Wickelunterlage. Das hat so viel Spaß gemacht und es war mir so ein Genuss. Diese Geburt war so anders als die anderen zwei. Bei den vorangegangenen brauchte ich zum Beispiel auch keine Wickelunterlage, da die Blase immer erst während den Presswellen im Pool geplatzt ist. Auch wollte ich diesesmal am Anfang kurz mit Marco kuscheln und mich von ihm streicheln lassen. Das hätte ich bei den anderen auch nicht gebrauchen können.
 
Irgendwann wurde mir etwas kalt, so beschloss ich schonmal in den halb gefüllten Pool gehen. Ich war mir die ganze Zeit unsicher, obs nun schon richtig los geht oder nicht, da ich schon die Tage zuvor auch immer wieder regelmäßige Vorwellen hatte, aber nie wirklich was beachtliches passierte. So fragte ich auch meinen Mann ob wir uns nicht noch einen lustigen Film anschauen wollen um mich abzulenken. Ich fand aber keinen auf den ich Lust hatte, also machte ich die Musik wieder an.
 
Ich muss schon sagen, daher dass in dieser Schwangerschaft und bei dieser Geburt so ziemlich alles anders war als ich es kannte, war ich auch hier etwas verunsichert und schaute auch öfters etwas nach. Eigentlich empfehle ich immer man sollte so etwas nicht tun😃🙈 Und deshalb beschloss ich dann auch irgendwann jetzt mal endlich raus aus dem Kopf zu gehen, mich ganz fallen zu lassen, mich zu entspannen und voll und ganz an mich, meinen Körper und mein Baby zu glauben und zu vertrauen.
 
Und so setzte ich ein Lächeln auf, genoss das warme Wasser und den Platz im Pool, veratmete und verstöhnte die Wellen und ging in mein Inneres. Während den Wellenpausen dachte ich sogar mal, dass ich kurz vorm Einschlafen war, weil ich mich so entspannte. Und dann dachte ich “ja das dauert ja dann sicher noch ewig”🙈😃
 
Ich beschloss den Pool weiter zu befüllen. Irgendwann ging ich dann nochmal raus und auf die Toilette zu gehen. Blieb dann auch noch einmal kurz im Bad am Waschbecken um dort meine Hüften im Stehen zu kreisen. Danach wieder zurück in den Pool. Hier frage ich meinen Mann ob er mir mein ätherisches Ölgemisch für die Geburt auf die Pulsadern geben könnte. Der Duft tat mir auch sehr gut. Ich war in dieser Schwangerschaft sowieso so Geruchsempfindlich. Ich konnte nichts riechen was ich nicht mochte und wollte immer gute, natürliche Düfte um mich herum haben.
 
Irgendwann wurden die Wellen immer kräftiger. Mein Mann schaute mich an und fragte “Schatz hast du schon Presswehen?”. Ich nur so “Ey ich habe keine Ahnung!” Von da an dauerte es dann nicht mehr lange. Ich kann wirklich nicht sagen wie lange. Mein Mann hatte imsich auch auf die Couch gelegt und die Augen geschlossen, da er ja eh nichts tun konnte ausser mir 2-3 Mal ein Glas Wasser zu reichen. 
 
Und dann spürte ich diese kräftige Urgewalt der Austreibungswellen und wusste “Das Baby kommt jetzt!”. Und es ist auch wirklich so ich dachte mir kurz davor noch “Ich habe echt keine Lust mehr!” 😃. Also schob ich mit, ermahnte mich jedoch selbst mir Zeit zu lassen, denn ich hatte echt keine Lust auf Risse und co, da ich keine Nachsorgehebamme vor Ort hatte dieses Mal. Die Wellen überrollten mich fast und dieses Mal war es auch das erste Mal, das ich schrie, als das Köpfchen geboren wurde. Auch hat diese letzte Phase dieses Mal echt weh getan, was ich so auch nicht kannte. Ich denke aber das liegt an meinen Hüftproblemen, die ich schon vor der Schwangerschaft hatte und während der Schwangerschaft extrem spürte.
 
Als der kleine Mann dann endlich da war (um 7.06 Uhr), stieß ich einen Schrei der Freude aus. Ich war so überglücklich, dass er endlich da war. Mein Mann rief direkt meine Mutter an und holte meine Brüder und die Kinder nach unten. Meine Brüder hatten mit meinem Cousin und meiner Nachbarin oben in der Wohnung auf die schlafenden Kinder aufgepasst.
Meine Mutter war dann auch gleich wieder da und half Marco beim Aufräumen.
Die Kinder waren total happy und stolz auf ihren kleinen Bruder. Ich versuchte endlich etwas zu schlafen, ich habe nämlich schon die zwei Wochen zuvor ziemlich wemig geschlafen, da ich immer bis 4-5 Uhr wach war.
 
Der kleine Mann kam mit einem Startgewicht von 4400 Gramm, einem Kopfumfang von 36 cm und eine ungefähren Länge von 52 cm auf die Welt.

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